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Therapiekonzept

Konzept Dyskalkulie

Das Konzept der Förderung, welches bei Rechenstörungen (Dyskalkulie) und Rechenschwäche in unserer Praxis angewendet wird, richtet sich nach wissen­schaftlich fundierten Erkenntnissen über den Aufbau und Erwerb von Rechen­fertigkeiten und nach den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie.

Die Therapie umfasst:

  • die Erarbeitung des Mengenbegriffs


     
  • die Zerlegung der Zahlen bis 10 in zwei Faktoren
     
  • Übungen zum Zehnerübergang
  • die Automatisierung des kleinen Eins-plus-eins und Eins-minus-eins im Zahlenraum bis 20


     
  • die Erarbeitung des Aufbaus des dekadischen Positionssystems
     
  • die Erarbeitung des Multiplikationsbegriffs und Automatisierung des kleinen Einmaleins


     
  • die Erarbeitung des Divisionsbegriffs
     
  • die Erweiterung des Zahlenraums bis 1000
     
  • die Erarbeitung der schriftlichen Rechenverfahren
     
  • die Erweiterung des Zahlenraums über 1000

Je nach Lernstand des Kindes bzw. Jugendlichen bei Beginn der Therapie müssen nicht zwangsläufig alle Module in der genannten Reihenfolge durchlaufen werden. Manche Kinder weisen spezifische Lücken auf, die dann gezielt trainiert werden.

Grundsätzlich beginnt die Therapie stets auf der Ebene konkreter Handlungen, mit möglichst auch optisch ansprechendem Material. Anschließend folgt der Übergang zur bildlichen Darstellung und Veranschaulichung. Erst wenn auch diese Stufe beherrscht wird, wird mit mathematischen Symbolen und Zeichen gearbeitet. Je nach Alter des Kindes ist auch der Einsatz spielerischer Elemente zur Vermittlung und Vertiefung des Lernstoffs wichtig.

                                

Um die Lernmotivation des Kindes zu fördern und das Selbstwertgefühl aufzubauen und zu steigern, ist es notwendig, Erfolge von Anfang an zu ermöglichen. Um das zu erreichen, setzt die Therapie an der Null-Fehler-Grenze an, das heißt an der Stelle, die dem Kind keine Schwierigkeiten bereitet. Vom Leichten wird so langsam, in kleinen Schritten, zum Schweren übergegangen. Erst wenn das Kind auf einer Stufe sicher steht, kann man zur nächsten Stufe gehen. Wie lange das jeweils dauert, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Deshalb wird die Therapie nicht in Gruppen, sondern mit jedem Kind einzeln durchgeführt.

Wichtig für den Therapieerfolg ist auch regelmäßiges häusliches Training. Das Kind soll selbständig – ohne Elternkontrolle oder -mitwirkung – möglichst an mehreren Tagen in der Woche eine kleine Hausaufgabe bearbeiten. Dafür bekommt es jeweils einen Punkt auf einer Punkte-Urkunde. Die volle Urkunde soll dann von den Eltern jeweils gegen eine kleine Belohnung eingelöst werden.